Biosicherheit bedeutet, alle Maßnahmen zu treffen, um die Einschleppung und Verbreitung von Krankheitserregern in einem Tierbestand zu verhindern. In der Rinderhaltung spielt sie eine zentrale Rolle, um Tiergesundheit, Leistung und Wirtschaftlichkeit langfristig zu sichern.
Die Bedeutung der Biosicherheit im Betrieb wird durch das MKS-Geschehen, mit den jüngsten Fällen in der Slowakei und in Ungarn, extrem bedeutsam. Dabei ist zu bedenken, dass die häufigsten Übertragungswege für Erreger Personen sind, aber auch Fahrzeuge, infizierte Tiere, kontaminiertes Futter oder Wasser sowie mangelnde Hygiene bei Stall- und Arbeitsgeräten. Auch Wildtiere, Schadnager und Insekten können Krankheiten in den Bestand tragen.
Doch das Risiko kann mit gezielten Biosicherheitsmaßnahmen deutlich gesenkt werden, wie z.B.:
- Zugangskontrollen und Besucherbeschränkungen
- Hygieneschleusen mit Schutzkleidung und Desinfektion im Betrieb (betriebseigene Schutzkleidung!)
- Quarantäne für Zukaufstiere; separate Krakenbuchten
- Regelmäßige Reinigung und Desinfektion von Ställen und Geräten
- Schädlingsbekämpfung und sichere Lagerung von Futter
- Verkehrswege im Betrieb trennen zwischen „innerem“ und „äußerem“ Verkehr [sog. „Schwarz/Weiß Bereiche] – z.B. sollte der Viehhändler eine gesonderte Zuwegung haben, die sich nicht mit dem Weg vom Futtermischwagen kreuzt, der Kälberhändler muss nicht direkt bis an den Stall fahren und er muss auch nicht die Kälber selbst aus dem Stall holen…
- Bei gemeinschaftlich genutzten Geräten auf Sauberkeit achten (Güllefass, Wiesenstriegel und Co)
- Regelmäßige Gesundheitsüberwachung durch Tierärzte
Biosicherheit ist kein einmaliger Akt, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Jeder Betrieb kann aktiv zur Tiergesundheit beitragen – zum Schutz der eigenen Rinder und der gesamten Region. Wer vorbeugt, schützt das, was zählt.
Risiko Ampel Rind
Der MKS-Ausbruch im Januar 2025 in Brandenburg und aktuell in den östlichen Nachbarländern verdeutlicht erneut die herausragende Bedeutung von Biosicherheitsmaßnahmen, um den Eintrag sowie eine weitere Verbreitung der Tierseuche zu verhindern. Ziel ist die Sicherung der Tiergesundheit, aber auch der Lebensmittelerzeugung und der Schutz vor erheblichen wirtschaftlichen Schäden in der Agrar- und Ernährungswirtschaft.
Vor diesem Hintergrund wurde federführend von der Universität Vechta mit vielen weiteren Partnern und Unterstützern die „RISIKO-AMPEL- RIND“ entwickelt. Das online Tool soll speziell Rinderhalter dabei unterstützen die Biosicherheit im eigenen Betrieb anonym und kostenfrei zu bewerten. Im Tool werden nicht nur die möglichen Schwachpunkte aufgedeckt, sondern auch praxisnahe Optimierungsmöglichkeiten aufgezeigt.
Das Online-Tool kann ohne Anmeldung/Namensnennung etc. genutzt werden und steht unter https://risikoampel.uni-vechta.de zur Verfügung.
Wir empfehlen dringend diese 20 Minutebn Zeit zu investieren, um die Biosicherheit im eigenen Betrieb zu bewerten und mögliche Gefahrenstellen zu erkennen – der Schutz vor dem Seucheneintrag sollte eine wichtige Betriebsleiteraufgabe sein!
Beispiel Risikobewertung
(Bild: Sreenshot Risikoampel)


